PM 06.03 WB: WESTbahn: Die Mobilitätswende ist nur durch neue Rahmenbedingungen ...

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WESTbahn: Die Mobilitätswende ist nur durch neue Rahmenbedingungen zu erreichen

Wien (OTS) - Der Verkehrssprecher der NEOS, Johannes Margreiter, hat in der gestrigen Aussendung des Parlamentsklubs seiner Partei (OTS0196) zu Recht auf die Bedeutung des Bahnverkehrs für die Mobilitätswende hingewiesen und daher eine vollkommene Aufklärung der im Raum stehenden Anschuldigungen über Kartellabsprachen zwischen den ÖBB und der tschechischen ?D mit Bezug auf gebrauchtes Rollmaterial gefordert.

Es geht aber – bereits mit Bezug auf das „erste Leben“ von Zügen – um noch viel mehr: Die europäischen Staatsbahnen sind traditionell deutlich weniger effizient bei der täglichen operativen Nutzung ihres Fahrzeugmaterials als private Mitbewerber. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass staatliche Konzerne (aufgrund von Staatsgarantien bei der Finanzierung) Rollmaterial mit großzügiger Reserve beschaffen. Die Verfügbarkeit eines einzelnen Zuges ist weniger wichtig, da ohnedies immer ein Back-Up greifbar ist.

Für einen sinnvollen Mitteleinsatz müssen daher auf europäischer Ebene und in Österreich für die Staatsbahnen Vorgaben erstellt werden, die sie zu Mindestverfügbarkeiten ihres Rollmaterials von mehr als 90 % verpflichten. Dies ermöglicht eine Reduktion der Reserve und führt so zu wertvollen freiwerdenden Kapazitäten an Rollmaterial, die durch andere Betreiber genutzt werden können.

Eine rasche gesetzliche Verpflichtung, die die Bereitstellung freiwerdenden gebrauchten Rollmaterials der Staatsbahnen zum Ankauf oder Anmieten durch private Eisenbahnunternehmen zu marktkonformen Konditionen sichert, ist unumgänglich. Wenn es einen stabilen Gebrauchtmarkt für Züge gibt, kann die Attraktivität des Bahnmarktes rasch gesteigert werden.

Gerade auch im Licht des jüngst veröffentlichten Vorschlags der EU Kommission, 2021 zum „Europäischen Jahr der Bahn“ zu ernennen, ist es unumgänglich, durch solche Maßnahmen dem öffentlichen Verkehr schnell und effektiv zusätzliche Kapazitäten für zusätzliche Verkehre zu eröffnen. Die zusätzlichen Verkehre mit ehemaligen Staatsbahn-Fahrzeugen sollten ausschließlich an Nicht-Staatsbahnen direkt oder über wettbewerbliche Ausschreibungen vergeben werden, um ein deutlich erweitertes, attraktives und günstiges Gesamtangebot auf der Schiene zu schaffen. Österreich könnte hier durch aktive Maßnahmen der neuen Regierung Akzente mit europäischer Vorbildwirkung setzen.

Übrigens: Österreich würde es auch gut zu Gesicht stehen, endlich den in vielen europäischen Ländern erprobten Weg des Ausschreibungswettbewerbes zu gehen und anstelle der teuren gemeinwirtschaftlichen Direktvergabe an den Staatsbetrieb dem Wettbewerb der Bahnen den Rücken zu stärken. Die Zeit für zehn weitere Jahre bis zur Mobilitätswende haben wir nämlich nicht.

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Quelle: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200306_OTS0073/westbahn-die-mobilitaetswende-ist-nur-durch-neue-rahmenbedingungen-zu-erreichen


Offline Schienenfreak

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Übliches WB-Blabla... 🙄 Wenn sie unbedingt Wettbewerb haben wollen, sollen sie in Deutschland oder sonstwo, wo es diese Ausschreibungen gibt, mitbieten, statt in Österreich ständig zu sudern.
Weg mit den Hochflurkraxen!!

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Offline S-Bahn-Freund Stgt.

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Wie das mit dem "Wettbewerb" endet, sieht man ja gerade in der Region Stuttgart...
Ich freue mich jedes Mal, wenn ich in Österreich bin, über die Qualität des Bahnverkehrs der ÖBB und der diversen kleinen Nebenbahnen!

Offline Schienenfreak

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Das glaube ich dir, auch wenn in Österreich auch nicht alles eitel wonne ist diesbezüglich. Aber ein Wettbewerb, wie sich die WB das wünsch, hat im öffentliche Verkehr nichts verloren, der macht nur alles kaputt. Der öffentliche Verkehr einfach zu wichtig, um ihn zum Spielball gewinngeiler Privatunternehmen zu machen.
Weg mit den Hochflurkraxen!!

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Offline Tunafish

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Der Wettbewerb wird so oder so kommen, in 10 Jahren wird man sich auch in Österreich nicht mehr dagegen stemmen können; deshalb ja auch der (gescheiterte) Versuch des VOR, am letzten Tag vor der Frist noch einen neuen Verkehrsdienstvertrag für 15 Jahre per Direktvergabe an die ÖBB zu vergeben.

Niedrigere Kilometerkosten könnten auf jeden Fall die wirtschaftliche Grundlage vieler Nebenbahnen wesentlich verbessern. Und es liegt an den Verkehrsverbünden, bei den Ausschreibungen auf ausreichende Qualität zu achten und nicht nur auf niedrigste Kosten.

Prinzipiell stehe ich der ganzen Sache was Österreich betrifft auch skeptisch gegenüber, aber in manchen Ländern (Frankreich etwa mit sehr hohen Sitzplatzkosten) ist die Staatsbahn ganz klar nicht der optimale Betreiber.